Schüleraustausch

High School - Schuljahr im Ausland - Austauschjahr - Auslandsjahr - Schüleraustausch

Schüleraustausch
Den klassischen Schüleraustausch, der einst auf der Gegenseitigkeit beruhte, gibt es in der Form heute nur noch selten. Inzwischen beinhaltet ein Auslandsaufenthalt während der Schulzeit in den meisten Fällen keinen direkten Austausch mehr. Unter Schüleraustausch (auch Auslandsjahr, Austauschjahr, Schuljahr im Ausland oder High-School-Besuch genannt) versteht man heutzutage einen mehrmonatigen Aufenthalt im Ausland mit Schulbesuch. Austauschschüler wohnen im Allgemeinen in einer Gastfamilie, einige entscheiden sich aber auch für einen Internatsaufenthalt. Sie nehmen am Schul- und Alltagsleben teil und tauchen ganz in die Kultur des Landes ein.
Die meisten Schüler sind während ihres Aufenthalts zwischen 13 und 18 Jahre alt. Viele entscheiden sich dazu, während ihrer Schulzeit für ein paar Monate oder ein Jahr ins Ausland zu gehen. Es ist grundsätzlich aber auch möglich, nach dem Erwerb des Schulabschlusses im eigenen Land eine Schule im Ausland zu besuchen. Die Dauer des Aufenthalts hängt von der Art des Programms, vom zur Verfügung stehenden Budget, und natürlich von den eigenen Wünschen ab. Je länger der Aufenthalt jedoch dauert, desto intensiver sind die dort gemachten Erfahrungen und desto stärker ist ein Eintauchen in die fremde Kultur möglich.

Voraussetzungen:

Für einen Schüleraustausch sind verschiedene praktische Voraussetzungen zu erfüllen. Natürlich sollte man die eigenen Eltern bei der Entscheidung und Planung auf seiner Seite haben und auch die Finanzierung des Programms mit ihnen klären. Darüber hinaus ist es wichtig, im Voraus mit der Schule über Versetzungsrichtlinien und weitere Vorgaben zu sprechen, die ein Schuljahr im Ausland betreffen. Auch die Austauschorganisationen stellen bestimmte Kriterien auf, die von Organisation zu Organisation variieren können. Im Allgemeinen sollte man gute Schulleistungen und Kenntnisse der Landessprache vorweisen. Zudem sind physische und psychische Gesundheit unerlässlich.
Ein Schüleraustausch stellt natürlich auch einige persönliche Herausforderungen dar, die man sich klarmachen sollte, bevor man sich für dieses Programm  entscheidet. Ein längerer Auslandsaufenthalt mit Schulbesuch und dem Leben in einer Gastfamilie bedeutet, auf die eigene Familie und Freunde sowie auf tägliche Routinen zu verzichten. Stattdessen muss man sich an eine fremde Umwelt anpassen, neue Regeln akzeptieren und andere häusliche Pflichten übernehmen. Wahrscheinlich ist auch der Lebensstandard der Gastfamilie ein anderer, sodass man womöglich auf gewohnten Luxus wie beispielsweise ein eigenes Zimmer verzichten muss.
Ein Schuljahr im Ausland erfordert Offenheit und Neugier sowie die Bereitschaft, sich einen neuen Freundeskreis aufzubauen. Zugleich sollte man sich der Rolle als „Botschafter“ des eigenen Landes bewusst sein und sein Verhalten dementsprechend anpassen.

Kosten:
Die Austauschorganisation stellt zum einen Leistungen wie Beratung, Bewerbungsverfahren, die Vermittlung im Gastland, persönliche Vorbereitung, Betreuung während des Aufenthalts und Nachbereitung in Rechnung. Hinzu kommen Kosten für die Hin- und Rückreise und Versicherungen. Je nach Gastland und Programmvariante fallen Schulgebühren und bzw. oder Zahlungen an die Gastfamilie zur Aufwandsentschädigung an. Ebenfalls müssen alltägliche Ausgaben während des Aufenthalts mit eingerechnet werden wie z.B. Taschengeld.

Zielländer:
Ein Schulaufenthalt im Ausland ist weltweit möglich.
Bei der Wahl des Gastlandes ist zu beachten, dass es verschiedene Schulsysteme gibt. Beispielsweise beginnt das Schuljahr in Australien und Neuseeland im Januar. Darüber hinaus kann das Schuljahr unterschiedlich aufgeteilt sein. In Großbritannien und Irland besteht ein Schuljahr aus drei sogenannten „terms“, in Australien und Neuseeland sogar aus vier terms. In Kanada und den USA besteht ein Schuljahr aus zwei Halbjahren.

Programmvarianten:
Die Auswahl der Angebote im Schüleraustausch ist groß. Im Allgemeinen kann zwischen drei Programmvarianten unterschieden werden:

Länderwahl: In dieser Programmvariante entscheidet man sich für ein Land, in dem man seinen Schulaufenthalt verbringen möchte, hat aber keinen Einfluss darauf, in welcher Region oder Stadt man platziert wird. Die Organisation vermittelt den Austauschschüler über ihre Partner vor Ort in eine geeignete Gastfamilie und an eine nahe gelegene Schule.

Regionen-/Schulbezirkswahl: Wie der Name schon sagt, hat man bei dieser Programmvariante die Möglichkeit, sich eine bestimmte Region bzw. einen Schulbezirk im Gastland auszusuchen.

Schulwahl: Wer gewisse Schulfächer wählen möchte, ein bestimmtes Sportangebot oder Freizeitaktivitäten nutzen will und weitere Wünsche an die Schule im Gastland hat, kann sich diese im Schulwahlprogramm erfüllen. Unter diese Programmvariante fallen auch die meisten Privatschulen.

Internationales Abitur: Jugendliche haben die Möglichkeit, im Ausland (oder auch im eigenen Land) das internationale Abitur zu erwerben, das „IB Diploma“. Es wird weltweit an sogenannten „IB World Schools“ angeboten und dauert zwei Jahre. Das „Weltabitur“ wird international als Hochschulzugangsberechtigung anerkannt und wird daher für junge Menschen immer attraktiver.

 

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