Freiwilligenarbeit

Freiwilligendienste - Freiwillige Arbeit im Ausland - Freiwilligenarbeit

Freiwilligenarbeit im Ausland ist in den verschiedensten Projekten in sozialen, kulturellen oder ökologischen Bereichen möglich, wobei die Mehrheit der Freiwilligendienste sozial ausgerichtet ist.
Grundsätzlich ist zwischen geförderten und nicht geförderten Freiwilligendiensten zu unterscheiden. Erstere werden durch Gelder vom Staat oder von der EU finanziert. So können beispielsweise auch Zivildienstleistende alternativ einen Auslandsdienst absolvieren. Zu den staatlich geförderten Auslandsdiensten gehören Gedenkdienste, Friedensdienste und Sozialdienste.  
Neben dem von der EU geförderten Europäischen Freiwilligendienst (EFD) besteht auch die Möglichkeit der Teilnahme an dem Freiwilligendienstprogramm „weltwärts“ des deutschen Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Voraussetzungen hierfür sind allerdings ein Hauptwohnsitz in Deutschland, der Aufenthalt in Deutschland seit ca. 2-3 Jahren sowie Kenntnisse der deutschen Sprache auf muttersprachlichem Niveau. Österreicher können sich ebenfalls für das von der Deutschen UNESCO-Kommission und dem Auswärtigen Amt getragenen Programm „kulturweit“ bewerben. Auch hier gelten die bereits genannten Voraussetzungen.
Die ausgeschriebenen geförderten Plätze sind sehr begehrt, sodass eine frühzeitige Bewerbung notwendig ist, zum Teil schon mehr als ein Jahr zuvor. Beginn und Dauer (6 bzw. 12 Monate) eines geförderten Freiwilligendienstes sind vorgegeben.  Da nicht immer die Möglichkeit besteht, sich das Freiwilligen-Projekt selbst auszusuchen, ist auch in dieser Hinsicht Offenheit und Flexibilität des Teilnehmers gefordert. Alle Freiwilligen erhalten eine umfassende Vor- und Nachbereitung sowie Unterkunft und Verpflegung vor Ort. Je nach Förderprogramm werden auch die Reisekosten übernommen. Häufig wird dafür von den Freiwilligen erwartet, anhand eines Unterstützerkreises zusätzliche Mittel zu generieren.
Nicht geförderte Freiwilligendienste müssen vom Programmteilnehmer komplett selbst finanziert werden. Dafür entscheidet man frei über den Einsatzbeginn, die Dauer des Einsatzes und die Art des Projektes.

 

Voraussetzungen
Für fast alle Freiwilligendienste im Ausland ist die Volljährigkeit eine wichtige Voraussetzung. Abgesehen davon erfordert ein Freiwilligendienst viel Begeisterung, Einsatzbereitschaft und Motivation, da man sich auf einige Herausforderungen einzustellen hat. So begegnet man während seiner Zeit im Ausland vermutlich großer Armut und Menschen in Lebenssituationen, die sich grundsätzlich von der eigenen unterscheiden. Des Weiteren ist mit Sprachbarrieren durch geringe Sprachkenntnisse zu rechnen. Auch was Verpflegung und Unterkunft angeht, ist es angebracht, sich auf andere Standards einzustellen. Nicht zuletzt kann auch das Klima im Einsatzland gewöhnungsbedürftig sein.

Zielländer
Die meisten Freiwilligendienste finden in Entwicklungs- und Schwellenländern in Lateinamerika, Asien und Afrika statt, aber auch in europäischen Ländern sind Freiwillige im Einsatz, v.a. in Osteuropa. Dagegen finden sich nur wenige Projekte in Industrienationen, welche zumeist ökologische Schwerpunkte haben.

Kosten
Auch wenn man sich als Freiwilliger ohne jegliche Bezahlung in einem internationalen Projekt engagiert, darf dies nicht zu der Annahme führen, dass diese Art von Programm kostenlos sei. Bei nicht geförderten Freiwilligendiensten fallen Kosten für An- und Abreise, Unterkunft, Verpflegung und Versicherung an. Bei geförderten Freiwilligendiensten sind die Aufwendungen für die Teilnehmer deutlich geringer, da  diese größtenteils durch Fördergelder abgedeckt werden.

Programmvarianten
Soziale Projekte beinhalten häufig die Arbeit mit Kindern, zum Beispiel in Waisenhäusern, Schulen oder mit Straßenkindern. Freiwillige leisten aber auch andere Formen von Entwicklungsarbeit und unterstützen viele weitere gesellschaftliche Gruppen. Diese Projekte finden sich vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern.
In ökologischen Projekten engagiert man sich meist im Natur- und Umweltschutz, wobei ein Schwerpunkt auf dem Tierschutz liegt. Diese Projekte sind häufig in Kanada, den USA, Australien und Neuseeland angesiedelt, beispielsweise in Nationalparks.
Kulturelle Projekte finden in Museen, Kulturzentren oder Gedenkstätten statt. Häufig sind dabei geschichtliche oder politische Hintergründe des jeweiligen Landes relevant, für die der Freiwillige ein gewisses Interesse mitbringen sollte.

Workcamps: Freiwilliges Engagement ist auch über einen kürzeren Zeitraum in sogenannten Workcamps möglich. Workcamps richten sich an junge Menschen und finden in der Regel für ein paar Wochen während der Sommermonate statt. Im Gegensatz zur Freiwilligenarbeit ist die Volljährigkeit hier nicht immer Voraussetzung. In Workcamps erhalten Jugendliche und junge Erwachsene die Möglichkeit, während der Ferien oder nach dem Schulabschluss mit Gleichaltrigen aus anderen Ländern in einem Projekt zusammen zu arbeiten. Häufig ist dieses sozial, kulturell, pädagogisch oder ökologisch ausgerichtet. Es sind aber auch andere Themen denkbar, z.B. die Diskussion historischer oder politischer Fragestellungen. Daneben gewähren Workcamps Einblicke in die Kultur und das Alltagsleben des Gastlandes.

 

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