Au-Pair

Au-Pair - Demi-Pair - Nanny - Camp Counselor

Als Au-Pair lebt man für längere Zeit in einer Gastfamilie und ist dort hauptsächlich für die Betreuung der Kinder zuständig. Häufig wird auch ein wenig Unterstützung im Haushalt erwartet. So können neben der Betreuung der Kinder auch Essenszubereitung, Wäschewaschen oder Zimmeraufräumen zu den Aufgaben eines Au-pairs gehören. Die Gastfamilie übernimmt im Gegenzug die Kosten für Unterkunft und Verpflegung und zahlt  zusätzlich ein festgelegtes Taschengeld. Natürlich hat man als Au-pair auch Anspruch auf eigene Freizeit und Urlaub. So ist die Anzahl der Wochenstunden, die man arbeiten muss, genauso festgelegt wie die Urlaubstage, die einem zustehen.
Die Größe und Struktur der Gastfamilien kann variieren: Die Anzahl und das Alter der Kinder ist verschieden, es gibt Großfamilien, aber auch alleinerziehende Elternteile. In der Regel wählen sich Gastfamilie und Au-Pair gegenseitig aus. Durch Telefongespräche erfolgt schließlich das erste Kennenlernen und beide Seiten können sich so  ein erstes Bild vom jeweils anderen machen, um zu sehen, ob eine gewisse „Grundsympathie“ gegeben ist.
Die Dauer des Au-Pair-Programms liegt in der Regel bei drei bis zwölf Monaten, mit der Option auf eine Verlängerung bis zu zwei Jahre. In den USA ist jedoch ein Aufenthalt von mindestens einem Jahr vorgeschrieben.

Die Erfahrungen, die man als Au-pair macht, und die Dinge, die man in dieser Zeit lernt sind einzigartig und dienen nebenbei auch der persönlichen Weiterentwicklung. So erweitert man nicht nur seinen Erfahrungshorizont und verbessert seine Sprachkenntnisse, sondern man lernt auch gleichzeitig, was es heißt, Verantwortung zu übernehmen und eigenständig zu entscheiden und zu arbeiten. Auch interkulturelle Kompetenz sowie Toleranz gegenüber weniger Vertrautem wird durch einen Auslandsaufenthalt als Au-pair gefördert.

Voraussetzungen
Um an einem Au-Pair-Programm teilnehmen zu können, setzen die meisten Vermittlungsagenturen Volljährigkeit voraus.  Außerdem sollte man mindestens Grundkenntnisse der Landessprache nachweisen können. Ebenso wichtig sind Referenzen, die Erfahrungen in der Kinderbetreuung und/oder Jugendarbeit belegen. Viele Gastfamilien wünschen sich zudem ein Au-Pair mit Führerschein, da dies  mehr Flexibilität und Mobilität hinsichtlich der Betreuung der Kinder garantiert. Selbstverständlich können junge Männer ebenfalls Au-Pair werden.


Zielländer

Zu den beliebtesten Au-Pair-Destinationen zählen zum einen die USA und zum anderen einige europäische Länder, allen voran Großbritannien, Irland, Spanien und Frankreich. In Kanada sind berufliche Erfahrungen in der Erziehung oder Pflege Voraussetzung für eine Au-Pair-Tätigkeit. Plant man einen Au-Pair-Aufenthalt in Neuseeland, ist das sogenannte „Working-Holiday-Visum“ bei Bewerbungsbeginn vorzuweisen. Das WHV erlaubt österreichischen Staatsbürgern einen sechsmonatigen Aufenthalt sowie das Jobben in Neuseeland. In Australien hingegen ist die Einreise nur mit einem Studentenvisum möglich, was bedeutet, dass neben der Au-pair-Tätigkeit die Teilnahme an einem Sprachkurs unabdingbar ist. Sozusagen als Exot bietet sich auch Südafrika als Gastland für ein Au-Pair-Programm an.


Kosten

Die Kosten für ein Au-Pair-Programm sind vergleichsweise gering. Neben dem Programm-Preis, der an die Vermittlungsorganisation gezahlt wird, und welcher in der Regel auch die Versicherung enthält, zahlt das Au-Pair nur die Reisekosten. Ausnahme sind die USA, da dort die Gastfamilie die Kosten für An- und Abreise trägt. Das Au-Pair erhält zudem ein festgelegtes Taschengeld.


Programmvarianten

Im klassischen Au-Pair-Programm arbeitet das Au-Pair rund 35 Wochenstunden, betreut die Kinder der Gastfamilie und übernimmt leichte Hausarbeiten.

Au-Pair plus Sprachkurs:
Der Au-Pair-Aufenthalt kann auch sinnvoll mit einem Sprachkurs kombiniert werden. Eine solche Variante wird häufig als Demi-Pair-Programm bezeichnet. Als Demi-Pair arbeitet man weniger Stunden in der Gastfamilie und besucht dafür mehrmals unter der  Woche einen Sprachkurs. Diese Programmart wird hauptsächlich in Australien und in Neuseeland angeboten und ermöglicht Österreichern somit auch den Aufenthalt als Au-Pair in Australien, sofern sie sich vorab erfolgreich für ein Studentenvisum beworben haben.
Generell ist es immer möglich, das Au-Pair-Programm mit einem Sprachkurs zu verbinden, der dann aber weniger Zeit in Anspruch nimmt als bei der Demi-Pair-Variante.


Au-Pair plus College:
Diese Programmvariante, die von einigen Organisationen auch als EduCare bezeichnet, ist vor allem in den USA zu finden. Hierbei erhält das Au-Pair die Möglichkeit, sich neben der Betreuung der Kinder, die bereits im Schulalter sind, wöchentlich ein bis zwei Kurse an einem nahegelegenen College zu besuchen. Auf diese Weise lernt das Au-Pair nicht nur den amerikanischen College-Alltag kennen, sondern macht auch Bekanntschaft mit anderen Studenten.

Betreuung Feriencamp/Camp Counselor:
Wer Freude an Kinderbetreuung hat, aber nicht ein halbes oder ganzes Jahr in einer Gastfamilie leben möchte, kann sich als Camp Counselor in einem Feriencamp bewerben. Feriencamps, für die man sich als Betreuer bewerben kann, finden vor allem in Kanada und in den USA, aber auch in Europa während der Sommermonate statt. Als Camp Counselor wohnt man mit den Kindern und Jugendlichen zusammen im Camp, veranstaltet und betreut Freizeitaktivitäten und steht den Kindern als Ansprechpartner zur Seite.

 

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